Die Markgrafschaft von Saluzzo
Die Markgrafschaft von Saluzzo: ein Herrschaftsgebiet der piemontesischen
Feudalgesellschaft, heute noch klar erkennbar durch das Zusammenspiel eines
herrschaftlichen Baustils, einer ausgesuchten höfischen Kunst und einer
bürgerlichen Lebensart, die viele historische Stadtzentren prägte.
Jahrhundertelang war dieser kleine und doch eindrucksvolle Feudalstaat das
Verbindungsglied zwischen Piemont, Frankreich und Ligurien, wobei er die transalpine
gotische Kultur assimilierte und dabei gleichzeitig, dem italienischen Humanismus
und der Renaissance aufgeschlossen war.
Kein Ort im heutigen Piemont kommt dem historischen Stadtzentrum von Saluzzo
gleich, dem kleinen "Siena der Alpen", in dem die zauberhafte Atmosphäre
des fünfzehnten Jahrhunderts unverändert weiterzuleben scheint.
Auf keinen Fall zu versäumen ist ein Besuch des Klosters San Giovanni
und der markgräflichen Kapelle, der Grabstätte der Markgrafen,
sowie des Museums Casa Cavassa, mit dem Tafelgemälde der Schutzmantelmadonna
von Hans Clemer, der Salita al Castello mit den Fassadenfresken
des Rathauses und des Palastes der Künste, und des Doms
der Santa Maria Assunta.
Noch heute empfangen die Schlösser von Revello, Castellar, La Morra,
Manta, Costigliole und Montemale jeden Besucher des Po-, Varaita-, Maira-
und Granatals, als Festungen der markgräflichen Herrschaft.
Ein Schloßbaustil. Eine Welt von Weinberge, Kloster und stiller Ortschaften,
geprägt von den Ziegelsteinen der Ebene, an deren Stelle in den Tälern
die antike und weise Kultur gemeißelten Steines tritt.